aktualisiert am 16. Juni 2017 | 2. Januar  2017

 

Politik 16. Juni 2017 

Euros für Ärzte

Neue CORRECTIV-Datenbank zeigt erstmals Ärzte in Deutschland, die kein Geld von der Pharmaindustrie annehmen

71.000 Ärzte in Deutschland haben im vergangenen Jahr Zuwendungen von der Pharmaindustrie erhalten. Aber nur 29 Prozent von ihnen sind bereit, das offenzulegen. Wird ein Arzt nicht genannt, kann das zweierlei bedeuten: Er will die Honorare gegenüber seinen Patienten oder Kollegen verschweigen. Oder er hat kein Geld angenommen. Jetzt sorgt CORRECTIV für Transparenz – und startet eine „Null-Euro-Ärzte“-Datenbank.

 

575 Millionen Euro haben Pharmakonzerne in Deutschland im Jahr 2015 an Ärztinnen und Ärzte gezahlt. Das Geld floss für Vortragshonorare, Reisespesen, für Anwendungsbeobachtungen oder als Honorar für die Durchführung von Studien. Im Juni 2016 veröffentlichten die Pharmaunternehmen erstmals die Namen von Ärzten und Heilberuflern, die Geld oder geldwerte Vorteile erhalten hatten. Um zu zeigen: Seht her, wir sind transparent, an unseren Zahlungen ist nichts anstößig, jeder Verdacht der Korruption ist an den Haaren herbeigezogen.

 

So ganz freiwillig war die Veröffentlichung allerdings nicht. Zahlungen von Pharmaunternehmen an Mediziner sind weithin umstritten. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Ärzte, die Gelder von den Konzernen annehmen oder sich einladen lassen zu Kongressen und anderem, häufiger zum Rezeptblock greifen und zudem teurere Medikamente verordnen.

2010 beschloss die US-Regierung unter Barack Obama, dass Pharmaunternehmen ihre Zahlungen an US-Mediziner jedes Jahr namentlich veröffentlichen müssen – den „Sunshine Act“. Eine solche Regelung wollen die Konzerne in Europa um jeden Preis verhindern. Deshalb erklärten sie im vergangenen Jahr flugs, diese Transparenz hierzulande nun freiwillig zu leisten. Und veröffentlichten die Zahlungen.

Nur 29 Prozent der Ärzte sind transparent

Das Problem: Ärzte in Europa können, müssen aber nicht offenlegen, ob sie Geld von der Pharmaindustrie bekommen. Wer sich an der Transparenzinitiative nicht beteiligen wollte, für den blieb alles beim Alten. Und die Ärzte nutzten diese Möglichkeit reichlich. Unter jenen, die Zahlungen erhalten, stimmten nach Berechnungen von CORRECTIV nur 29 Prozent einer Veröffentlichung zu. Man darf davon ausgehen, dass es sich dabei vor allem um solche Mediziner handelt, deren Einnahmen unbedenklich waren. Heißt im Umkehrschluss: Von 71 Prozent der Ärzte, die Zuwendungen erhalten hatten, haben wir keine Daten. Ebenso wenig von Ärztinnen und Ärzten, die null Verbindungen zur Pharmaindustrie unterhalten. 

Bei allen Ärzten, die nicht in der Datenbank stehen, kann dies zweierlei bedeuten. Erstens: Der Arzt, die Ärztin hat kein Geld erhalten. Oder, zweitens, er oder sie will nicht, dass die Pharma-Honorare bekannt werden und hat einer Veröffentlichung widersprochen. Ein Außenstehender weiß also nicht, ob die Ärztin besonders redlich ist und keinerlei finanzielle Beziehungen zur Pharmaindustrie hat – oder ob der Arzt sich besonders gern einladen und honorieren lässt, aber nicht will, dass das bekannt wird.

Im vergangenen Jahr hat CORRECTIV die Daten jener Ärzte, die mit der Nennung ihres Namens einverstanden waren, erstmals in einer Datenbank zusammengeführt und veröffentlicht. Danach meldeten sich viele Ärzte. Sie sagten, sie würden auch gern in dieser Datenbank auftauchen – mit dem Eintrag „null Euro“. Weil sie Wert darauf legten, vor Kollegen und Patienten zu dokumentieren, kein Geld von den Konzernen anzunehmen.

Die Pharmaindustrie selbst hat für dieses Problem keine Lösung, denn sie kennt nur die Namen jener Ärzte und Heilberufler, denen sie Geld überweist.

Deshalb startet CORRECTIV jetzt das Projekt „Null-Euro-Ärzte“. Hier können sich jene Mediziner eintragen, die im zurückliegenden Jahr KEIN Geld von der Pharmaindustrie für Vorträge und Fortbildungen angenommen haben. Diese Ärzte erscheinen künftig in unserer „Euros für Ärzte“-Datenbank mit dem Betrag „0 Euro“.

MEZIS und VDÄÄ unterstützen das Projekt

Mehrere Ärzteorganisationen unterstützen das CORRECTIV-Projekt von Beginn an. Darunter MEZIS, das steht für: Mein Essen Zahl Ich Selbst, eine Initiative kritischer Ärzte. Genau wie der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ).

CORRECTIV bietet ab sofort allen Medizinern und Fachkreisangehörigen in Deutschland an, sich in die neue Datenbank einzutragen. Die helfen soll, dass Patientinnen und Patienten eine informierte Entscheidung bei der Auswahl ihres Arztes treffen können.

Quelle | Netzwerk Correctiv | von Markus Grill u. Stefan Wehrmeier | Artikel vom 29. Mai 2017

 

 

Heil- und Hilfsmittelversorgung  28. Februar 2017

Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung beschlossen

Der Deutsche Bundestag hat abschließend das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG) in 2./3. Lesung beraten. Die Regelungen des HHVG sollen ganz überwiegend im März 2017 in Kraft treten.

In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln immer wichtiger. Versicherte müssen die richtigen Hilfen erhalten, um ihren Alltag trotz Einschränkungen möglichst selbstbestimmt bewältigen zu können – dazu zählen etwa Inkontinenzhilfen und Prothesen, Rollstühle und Hörgeräte. Deshalb sorgen wir für eine gute und zeitgemäße Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln und stellen die Weichen für die Weiterentwicklung dieser wichtigen Leistungsbereiche. Mit dem Gesetz unterstreichen wir die hohe Bedeutung von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen für die Patientenversorgung und schaffen den gesetzlichen Rahmen für eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen. Zudem richten wir die Hilfsmittelversorgung stärker an Qualitätszielen aus und verbessern die Rechte der Patientinnen und Patienten auf Beratung und Information. Darüber hinaus schieben wir der Einflussnahme auf Arzt-Diagnosen, mit dem Ziel mehr Mittel aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten, einen Riegel vor.

Die wichtigsten Regelungen des HHVG

Quelle | Bundesministerium für Gesundheit | Pressemitteilung vom 16. Februar 2017

 

 

Darmkrebs  22. Februar 2017

Das Robert Koch Institut berichtet:

16 % Rückgang der Erkrankungsrate beim Darmkrebs seit 2003

In Deutschland hat sich die Neuerkrankungsrate für Krebserkrankungen des Dickdarms und des Enddarms zwischen 2003 und 2013 insgesamt um etwa 16 Prozent verringert. Nicht nur der zeitliche Verlauf spricht für einen positiven Einfluss der im Oktober 2002 eingeführten Darmspiegelung im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung: Zum einen ist dieser Trend in den meisten Nachbarländern Deutschlands nicht erkennbar. Zum anderen betrifft der Rück­gang ganz überwiegend Tumoren im absteigenden Dickdarm und im Enddarm (Rektum). In diesen Darmabschnitten zeigen Studien auch die größte Wirk­samkeit der Darmspiegelung. Außerdem zeigt sich...

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Quelle | Robert Koch Institut | Artikel vom 01.02.2017

 

 

Forschung  16. Januar 2017

Darmkrebs
Neuer Biomarker zur molekularen Früherkennung von Dickdarmkrebs

Forscherteam der Universität Gießen gelingt Nachweis von Vorstufen dieser Krebserkrankung – Publikation in Oncotarget

Mehr Sicherheit für die Patientinnen und Patienten soll ein neuer frühzeitiger Nachweis von Vorstufen des Dickdarmkrebses bringen. Das sogenannte kolorektale Karzinom (CRC) ist die dritthäufigste Krebsdiagnose weltweit. Ein wichtiger Punkt, um die Überlebensrate zu verbessern, ist die richtige Diagnose sowie die korrekte Einschätzung des Gefährdungsgrades. Einen neuen Bio-Marker zur molekularen Früherkennung dieser schwerwiegenden Erkrankung hat nun ein Gießener Ärzteteam entwickelt. Mit einem innovativen Scoring-System ist es gelungen, den Gefährdungsgrad zuverlässig vorauszusagen, so dass eine gezielte ärztliche Überwachung betroffener Patientinnen und Patienten ermöglicht wird. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich im renommierten Journal Oncotarget publiziert.

Gemeinsam mit dem Institut für Pathologie (unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Gattenlöhner) hat ein Team des Schwerpunkts Gastroenterologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Prof. Dr. Elke Roeb den Zusammenhang von Dysplasie (Zellveränderungen an der Schleimhaut) und einem Matrixprotein (Metallo-proteinase-13, MMP-13) in mehr als 100 Darmproben von Patientinnen und Patienten mit ungefährlichen, wenig gefährlichen sowie bösartigen Dickdarm-Polypen untersucht. Ein reproduzierbares Färbeverfahren für die gewebe-basierte MMP-13-Analyse wurde in routinemäßig gewonnen Darmbiopsien etabliert. Die entsprechende Studie wurde von der Manfred-Stolte-Stiftung großzügig unterstützt.

Prof. Roeb erläutert die Vorgehensweise und die Vorteile für die Betroffenen: Die Diagnostik erfolge aus der Routinehistologie des Patienten nach einer Darmspiegelung (Koloskopie), so die Medizinerin. Ärzte könnten die kosten- und zeitaufwendige Nachsorge wenig gefährdeter Menschen reduzieren und Patientinnen bzw. Patienten mit einem hohen Risiko engmaschiger auf das Dickdarmkarzinom hin untersuchen. Sie betont: „Eine genaue Klassifizierung von Krebsvorstufen im Dickdarm kann die Therapie und Prognose der Betroffenen deutlich verbessern.“

Krebserkrankungen des Dickdarms – kolorektales Karzinom (CRC) – sind die dritthäufigste Krebsdiagnose weltweit, erläutert Prof. Roeb.

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  • Publikation
Matrix metalloproteinase-13 refines pathological staging of precancerous colorectal lesions. Wernicke AK, Churin Y, Sheridan D, Windhorst A, Tschuschner A, Gattenlöhner S, Roderfeld M, Roeb E. Oncotarget. 2016 Oct 4. doi: 10.18632/oncotarget.12429.

  • Kontakt



Schwerpunkt Gastroenterologie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen (UKGM)
Fachbereich 11 – Medizin der JLU
Klinikstraße 33
35392 Gießen

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041

Quelle | Justus-Liebig-Universität Gießen | Nr. 207 • 08. November 2016

 

 

Leitlinien  3. Januar 2017

Fachgesellschaften spitzen Transparenzregeln zu

Bei der Entwicklung von Leitlinien können Ärzte in Interessenkonflikte geraten. Die Fachgesellschaften arbeiten bereits an strengeren Transparenzregeln für die Leitlinienarbeit.

 

BERLIN. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Ärzten und der Industrie stehen zunehmend unter Beobachtung. Auf das Anfang Juni scharfgeschaltete Antikorruptionsgesetz der großen Koalition und die Transparenzinitiative der Pharmaindustrie reagieren nun die Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Bei einer Tagung in Berlin haben Vertreter der Arbeitsgemeinschaft einen Diskussionsprozess über den Umgang mit Interessenskonflikten gestartet. An dessen Ende sollen weiterentwickelte Regeln für die Mitarbeit von Ärzten an Leitlinien stehen, sagten Vertreter der AWMF im Vorfeld des Berliner Forums am Donnerstag in Berlin. Da Leitlinien von Ärzten für Ärzte gemachte Orientierungs- und Entscheidungshilfen seien, sei das Offenlegen von Interessen an dieser Stelle besonders wichtig, hat AWMF-Präsident Professor Rolf Kreienberg dazu mitgeteilt.

Kooperation steht nicht in Frage

Die Zusammenarbeit mit der Industrie wird in diesem Prozess nicht in Frage gestellt. "Wissenschaftliche Entwicklung sowohl von Arzneien als auch von Medizinprodukten wird nur funktionieren, wenn die Ideen der Wissenschaftler mit Hilfe der Industrie umgesetzt werden, oder umgekehrt Entwicklungen in der Industrie wissenschaftlich geprüft werden, bevor sie bei Patienten angewendet werden", sagte AWF-Vizepräsident Wilfried Wagner.

Wohin die Reise gehen soll, zeigt ein in der AWMF formuliertes Papier. Darin sind Eckpunkte des angestrebten Verhaltenskodex‘ bereits angerissen. Fertige Leitlinien, deren Finanzierung zu Interessenkonflikten führen kann, sollen demnach keine Chance mehr auf Aufnahme in das AWMF-Register erhalten.

Ärzte, die an Leitlinien mitwirken, sollen bereits zu Beginn des Projekts ihre Interessen schriftlich darlegen müssen. Dazu gehören Geldflüsse, aber auch der wissenschaftliche Schwerpunkt. Die Erklärungen sollen von "Interessenkonfliktbeauftragten" unter die Lupe genommen werden. Die Konsequenzen sind laut dem Papier eindeutig: Schon wer moderate Interessenkonflikte aufweist, soll die Leitlinienarbeit weder koordinieren noch eine leitende Position innerhalb der Leitliniengruppe ausüben.

Das Bemühen um Transparenz geht sogar noch weiter: Wenn es um den Einsatz von Industrieprodukten gehe, sollen Ärzte mit leichteren Interessenkonflikten von der Bewertung von Evidenzen ausgeschlossen werden, sagte die Vorsitzende der AWMF-Leitlinienkommission Professor Claudia Spies. Bei als gravierend eingestuften Industrieverflechtungen sollen sie nicht einmal mehr an den Beratungen der Leitliniengruppe teilnehmen dürfen. Diese Regeln sollen für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden.

AWMF lädt zur Wertediskussion

Spies mahnte eine Wertediskussion im Kreis der medizinischen Fachgesellschaften an. Auch in der AWMF müsse bei der Bewertung zum Beispiel onkologischer Therapien über eine Gewichtung von Lebensqualität versus schierer Lebensverlängerung nachgedacht werden, sagte die Leiterin der Klinik für Anästhesie an der Charité. Deshalb sollten Patientenvertreter künftig in der Leitlinienarbeit eine größere Rolle spielen.

Kritikern gehen diese Anstrengungen nicht weit genug. Es müssten auch die institutionellen Interessenkonflikte ins Auge genommen werden, sagte Dr. Wolfgang Wodarg. Vorstand bei Tranparency International Deutschland. Manche Fachgesellschaften würde es ohne Industrieunterstützung gar nicht geben, sagte der frühere SPD-Gesundheitspolitiker.

Leitlinienarbeit solle grundsätzlich nicht abhängig von Zuwendungen interessierter Seiten sein, sagte Wodarg. Deshalb sollten die Krankenkassen und die Steuerzahler die notwendigen Ressourcen für die Erstellung von Leitlinien zur Verfügung stellen.

 

Quelle | Ärzte Zeitung Online | von Anno Fricke | Artikel vom 02.01.2017

 

 

Darmkrebs  2. Januar 2017

Kolorektales Karzinom

Europäische Bilanz: Mehr Screening, weniger Darmkrebs

In puncto Darmkrebs-Vorsorge wird es in Zukunft vor allem darum gehen, verstärkt auf das Risiko der familiären Belastung aufmerksam zu machen, betont ein Gastroenterologe.

ULM. Die Darmkrebssterblichkeit in Europa ist zwischen 1989 und 2011 bei Männern um 13 Prozent und bei Frauen um 27 Prozent zurückgegangen, meldet der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte auf Basis einer aktuellen Analyse der WHO-Zahlen zu Todesursachen.

Dabei gebe es erhebliche Unterschiede in den einzelnen Ländern. Die größten Rückgänge verzeichneten Länder mit Screening-Programmen.

Trend beginnt mit Einführung des Hämoccult®-Tests

"Deutschland gehört neben Österreich, Schweiz, England, Belgien, Luxembourg, Tschechien und Irland zu den Nationen, bei denen die Sterberaten bei Männern um mehr als 25 Prozent und bei Frauen um mehr als 30 Prozent zurückgegangen sind", wird Dr. Franz Josef Heil, Internist in Andernach, zitiert.

Der Trend sinkender Sterberaten beginne mit der Einführung des Hämoccult®-Tests Ende der 1980er Jahre. In zunehmendem Maße kamen dann endoskopische Verfahren in der Prävention zum Einsatz, bis schließlich nach der Jahrtausendwende vor allem in den genannten Ländern gesetzlich geregelte Screening-Programme für den Routine-Einsatz der Darmspiegelung in der Darmkrebs-Prävention sorgten.

Männer erkranken früher als Frauen

"Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen Männern und Frauen", so Heil in der Mitteilung. "Das liegt auch daran, dass Männer die Vorsorge-Untersuchung geringer in Anspruch nehmen und früher als Frauen an Darmkrebs erkranken, nicht selten bereits vor dem 56. Lebensjahr.

In Zukunft wird es vor allem darum gehen, verstärkt auf das Risiko der familiären Belastung aufmerksam zu machen. Wer in der Verwandtschaft ersten Grades Darmkrebsfälle hat, sollte in jedem Fall mit seinem Hausarzt oder einem Magen-Darm-Arzt über Vorsorgemöglichkeiten reden." (eb)

 

Quelle | Ärzte Zeitung online | (eb) | Artikel vom 28.12.2016

 

 

Darmkrebs-Test  2. Januar 2017

Neue Richtlinie seit 1. Januar in Kraft

Die neue Richtlinie zur Darmkrebsfrüherkennung ist in Kraft. Die zweite Stufe startete zum 1. Januar. Neue Stuhltests werden aber erst im Frühjahr 2017 möglich.

Nach Paragraf 25 SGB V musste der Gemeinsame Bundesausschuss bis zum 30. April vergangenen Jahres eine neue Richtlinie zu Früherkennungsuntersuchungen zum Darmkrebsscreening beschließen. Die neuen Bestimmungen treten in zwei Stufen in Kraft, nach der ersten Stufe (1. Oktober 2016) folgt die zweite am 1. Januar 2017. Dabei wird ein immunologischer Stuhltest verwendet, der hinsichtlich Sensitivität und Spezifität aussagefähiger sein soll als der bisher eingesetzte Guajak-basierte Stuhltest.

Der Test auf okkultes Blut im Stuhl soll in Zukunft anhand einer Stuhlprobe mit einem quantitativen immunologischen Stuhltest erfolgen, der verschieden Qualitätskriterien zu erfüllen hat, wie:

1. die Detektion von fortgeschrittenen Adenomen bei einer Sensitivität von mindestens 25 Prozent und für die Detektion von Karzinomen eine Sensitivität von 90 Prozent, wobei die Positivitätsrate zehn Prozent nicht überschreiten soll;

2. ein Stuhlprobenentnahmesystem mit verständlicher Anleitung für den Anwender;

3. eine einfache und hygienische Stuhlaufnahme; zum ganzen Artikel

 

Quelle | Ärzte Zeitung online | von Dr. Gerhard Brenner | Artikel vom 02.01.2017

 

 


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